30. November 2010




Mein Blog hat eine Buche gepflanzt.


© bärin



29. Oktober 2010

Krähentraum




... ich bin mit einer kleinen wechselnden gruppe mir bekannter leute, es sind auch kinder dabei, unterwegs.
zunächst in innsbruck, hier fliegen ein paar krähen vom felsen auf ...

... weitere abenteuer unterwegs ...

... wir sind an der nordsee. zur übernachtung in einer holzbaracke untergebracht. ein alter klappriger bau.

draußen tobt ein sturm, wir sind schon in der dämmerung. durch die fenster sieht man auf eine ca. 80 cm dicke rohrleitung. innen ein einziger raum, völlig leer, keinerlei möbel oder einrichtung trotzdem kein ungemütliches gefühl.

der fußboden liegt etwa 30 cm über terrain, besteht aus dielen. der flache boden ist an den seiten offen. es sausen riesige, 1/2 m große, fette ratten unter den dielenbrettern durch, das gibt aufgeregte geräusche.

plötzlich kommt von der seite ein schatten geflogen, verschwindet blitzschnell unter dem fußboden. ich konnte gerade noch erkennen, dass es eine krähe ist. während von den ratten keine einzige in den raum zu uns gelangen konnte, ist die krähe plötzlich im zimmer. taucht unter mir aus dem boden auf. sie berührt mit dem schnabel die innenfläche meiner rechten hand. schräg, nicht mit der spitze, sie pickt nicht. der schnabel fühlt sich nicht unangenehm an. die krähe erschrickt, weil ich mich bewege, fliegt auf, kann keinen ausgang finden. und ich selbst bin so erschrocken, dass ich sofort aufwache.

das war mein traum, ich habe das gefühl, zu früh aufgewacht zu sein und die botschaft verpasst zu haben.
vielleicht wollte sie noch etwas sagen?

(für Eva)

© bärin



über die zeit




zeit
geht über
uns menschen hinweg
blind, wie sie ist,
erbarmungslos


erbarmungslos
mitgerissen im
strom, versuchen wir,
das rettende ufer zu
gewinnen


gewinnen
einen augenblick
uns zu finden,
zu lieben, zu verlieren,
zeit


zeit
du blinde
erbauerin, erhalterin, zerstörerin,
mensch will ich bleiben
liebend


liebende
bin ich,
bis ich das
viereckige kleid aus brettern
trage.


© bärin



aus dem winter




wolf in der falle
beißt sich selbst die pfote ab,
um zu entkommen.




dreibeiniger wolf
in länger werdender spur
färbt sein blut den schnee.




schreiend und blutend
einem verletzten tier gleich
folgt mein herz der spur.


© bärin



katze und frosch




eine beobachtung aus der kinderzeit

sommerferien am see

wie jeden tag,
spielt die katze des hauses auf dem hof.

heute hat sie einen frosch gefangen.

und der lebt noch,
versucht verzweifelt wegzuhüpfen.

der hof besteht aus nackter
festgetretener trockener erde.

zuerst hat der frosch noch kraft.

er macht sprünge, die katze hinterher.

jedes mal,
wenn sie ihn mit ihrer pfote erwischt,
wird er schwächer und staubiger.

obwohl er schwer verletzt ist,
blutet er nur wenig.

die sprünge werden flacher und kürzer,
die abstände größer.

der frosch ist schon ganz schwach
und mag überhaupt nicht mehr hüpfen,

aber das gefällt der katze nicht.

sie erwartet, dass er springt
und schlägt ihn auf den rücken.

nun versucht er doch noch mal einen hüpfer.

und wieder bleibt er liegen.

die katze ist enttäuscht,
dass ihr spielzeug kaputt ist.

sie gibt erst auf,
nachdem der frosch einige zeit tot ist.

und dieser inzwischen
rundum staubverkrustete frosch
wird nicht gefressen.


© bärin



unter bäumen




… riesige bäume gibt es bei uns …
wirklich riesig,
viel höher als die häuser.

ich liebe diese bäume.

das rauschen,
wenn der wind durch die blätter geht.
das geprassel,
wenn es regnet.

die weißen blüten
und das helle grün im frühling.
das gelbe laub,
eicheln und kastanien im herbst.

schnee auf den ästen und zweigen,
sonne auf den stämmen.
die vielen verschiedenen vögel,
die wir beobachten.

beim aufwachen in die bäume schauen,
anders möchte ich nicht mehr wohnen.


© bärin



kopftuch - nein danke




mein schimmerndes haar
hell im sommer,
dunkel im winter,
rot gegen die sonne.


© bärin